Ein paar Gedanken zum berühmten Blog Eintrag von Anne Thomas Manes “SOA is Dead; Long Live Services”
Manes hat mit seiner Argumentation wohl recht, dass SOA in seiner „SOA Buzzword Welt“ weitverbreitet falsch verstanden wird. Hier wird eine bestimmte Technologie oder ein Produkt erwartet, dass wie der heilige Gral einem von allen seinen Sorgen befreit und alle Probleme auf einmal löst. Diese “SOA Buzzword Welt” ist wie er sagt tot und war schon immer tot. Nur haben einige ständige Wiederbelebungsversuche gestartet und selbst den bereits seit Jahren andauernden langgezogenen Beepton konsequent ignoriert. Vielfach verlockte die Annahme, es bräuchten noch nicht einmal neue Services programmiert zu werden. Sondern irgendwie auf magisch einfache Weise werden bestehende Legacyanwendung an ein ich kann alles ESB angeschlossen und schon verwandeln sich monolithischen und/oder technologiegetriebenen Anwendungen in wunderbare Services. Die mein Business reflektieren und selbiges plötzlich viel transparenter, flexibler, skalierbarer und spontaner anpassbar machen. Schon stürmte die versammelte Managergemeinde in Richtung “SOA Buzzword Welt” und fühlte sich dort wohlverstanden und aufgehoben.
Weit gefehlt: Solange die bestehenden Anwendungen nicht SOA Prinzipien entsprechen und entsprechend entwickelt wurden, werden sie immer das schwächste Glied in der Kette bleiben. Mit oder ohne ESB, BPS, MOM oder was auch immer. Auch Weiter- und Neuentwicklung die nicht klar der SOA Philosophie folgen werden Teil dieser schwachen Glieder. Da verständlicherweise das Gesamte nur so Stark und Leistungsfähig ist, wie das schwächste Glied. Wird eine sogenannte SOA Umsetzung mit dementsprechend vielen schwachen Elementen nicht die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen.
Demzufolge: SOA selbst ist nicht tot aber was vielfach darunter verstanden und umgesetzt wird ist eine Sackgasse. Sogenannte SOA Projekte der genannten Form bringen nicht nur nicht den erhofften Erfolg, sondern erzeugen auch enorme Kosten für Lizenzen, Schulungen der Mitarbeiter und für die nicht triviale Anbindung der Legacysysteme. Frustriert wurde nach manchmal nach mehreren Jahren ein solches Projekt gestoppt und die Schuld dafür natürlich SOA gegeben.
Jedoch: SOA ist tatsächlich dann am erfolgreichsten, wenn eine neue Servicelandschaft geschaffen wird und Schritt für Schritt bestehende Systeme ersetzt werde. Sicherlich kann eine Integrationsplattform wie ein ESB sie mitbringt diese Transition unterstützen, indem in Legacy Anwendungen existierende Business Logik teilweise schon in einer frühen Stufe im neuen SOA Systemumfeld mit verwendet werden kann.
SOA Live Long and Prosper